Spätestens wenn draußen die Sonne strahlt, ist es Zeit, sich über Sonnenschutz Gedanken zu machen. Leider passiert es immer wieder, dass Eltern und Großeltern den Sonnenschutz ihrer Kinder/Enkelkinder  nicht ernst genug nehmen, wenn der Kinderwagen keinen Schirm hat, wenn sich die Kinder leicht bekleidet und ohne Hautschutz im Freien aufhalten.

Fast alle Eltern wissen, dass sie ihre Kinder vor Sonne schützen müssen, oft passiert das dennoch viel zu sorglos. Das ist fahrlässig, denn Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken.

Die Haut von Kindern ist zudem dünner als die von Erwachsenen und sie entwickelt langsamer schützende Pigmente.

Damit sind Kinder besonders von der schädlichen UVB-Strahlung betroffen. Diese nimmt durch den Klimawandel zu. In München können so zum Beispiel bereits heute UVB-Werte gemessen werden, wie man sie früher nur auf Sizilien vorfand.

 

Was ist zu tun, damit sich Kinder ohne Reue im Freien aufhalten können ?

  • Kleidung bietet den wirksamsten Schutz gegen UV-Strahlung.

Es gibt heute sogar bereits UV-Schutzkleidung mit speziellen UV-absorbierenden Fasern (UV-Standard 801). Auch den Kopf nicht vergessen:

Eine Mütze – am besten mit Nackenschutz – und eine Sonnenbrille schützen vor der Sonne.

  • Mittagssonne meiden ! Die Zeit zwischen 11 und 15 Uhr lieber drinnen verbringen. Eltern sollten außerdem darauf achten, dass ihre Kinder im Schatten spielen. Kinder unter zwei Jahren überhaupt nicht der direkten Sonne aussetzen
  • Die Haut allmählich an UV-Strahlung gewöhnen, also den Aufenthalt in der Sonne nur in kleinen Portionen steigern
  • Auch im Wasser wirkt die Sonne: Also nicht stundenlang im schattenlosen Wasser planschen lassen.
  • Sonnencreme mit hohen Lichtschutzfaktoren (LSF) nutzen – mindestens LSF 30 ! Die Kinder dabei bereits zu Hause mit dem Schutzmittel eincremen

Dies über den Tag mehrmals wiederholen. Das Nachcremen verlängert aber nicht die Schutzwirkung, es erhält sie lediglich !

Besonders wichtig sind die „Sonnenterrassen“: Nase, Ohren, Stirn, Schultern, Dekolletee

  • Viele Kinder mögen die Eincreme-Prozedur nicht. Besonders ungern lassen sie sich das Gesicht eincremen. Am besten geht’s so: Kind mit dem Rücken vor sich hin stellen und dann eincremen.
  • UV-Bestrahlung für einen braunen Teint – also Sonnenbaden – vermeiden.
  • Sonnenschutzprodukte sollten vor UVA- und UVB-Strahlung schützen. Diese sollten keine Bestandteile wie Octocrylene (hormonelle Wirkung möglich), keine Farb- oder Konservierungsstoffe, kein Parfüm enthalten
  • Nach dem Aufenthalt im (sonnigen) Freien Duschen und die Haut mit einer Feuchtigkeit spendenden Lotion ( nicht Salbe oder Creme) einreiben

Diese Regeln gelten nicht nur für den Urlaub am Meer oder in den Bergen, sondern auch zu Hause im Garten und auf dem Spielplatz !

Vorsicht mit Sonnenschutz-Apps für das Smartphone: es gibt oft keine genauen Angaben zu den Hauttypen,  aktueller Ort und UV-Belastung werden zu wenig berücksichtigt, gesicherte Angaben bei Kindern fehlen.

Viele Informationen rund um Kinderhaut und deren Schutz findet man unter www.kinderaerzteimnetz.de oder www.haut.de.