Eine Blinddarmentzündung kann in jedem Lebensalter auftreten, besonders oft tritt sie aber zwischen dem 6. und 10. Lebensjahr auf.

„Die Bauchschmerzen gehen zunächst vom Nabel aus und wandern dann meist in den rechten Unterbauch. Bewegung mit Erschütterung – wie z.B. Hüpfen – oder Husten sind mit starken Schmerzen verbunden.

Fieber und Übelkeit können ebenso auftreten“, beschreibt Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), häufig auftretende Beschwerden.

Mit Blinddarm ist eigentlich der kleine Wurmfortsatz des Blinddarms gemeint, der Appendix. Kot- oder Nahrungsreste, Darmparasiten oder eine Verengung des Blinddarms können zu einer Entzündung des Wurmfortsatzes führen, zu einer Appendizitis. Wird eine Blinddarmentzündung nicht rechtzeitig behandelt, kann der Wurmfortsatz platzen, und es gelangen Eiter und Stuhl in die Bauchhöhle. Dies kann zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung führen. „Jede Art von Schmerzen, die ein Kind nicht still sitzen lassen und es ihm schwer machen, eine angenehme Position zu finden, erfordern umgehende ärztliche Hilfe“, rät Dr. Kahl.

Mithilfe der körperlichen, einer Ultraschall- sowie einer Blutuntersuchung kann der Kinder- und Jugendarzt den Verdacht bestätigen. Unter Umständen sind weitere Untersuchung erforderlich, um andere Erkrankungen auszuschließen. „In der Regel wird der Blinddarm chirurgisch entfernt. Häufig wenden Chirurgen minimalinvasive Verfahren an. Eine reine Antibiotikatherapie findet selten Anwendung, da es dazu noch zu wenig Erfahrungswerte gibt“, so der Experte.

Quellen: Monatsschr Kinderheilkd, An Pediatr (Barc.); www.kinderarzteimnetz.de